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Namensgebung


Das Asklepios

In Epidauros befindet sich eine der bekanntesten Heilstätten der Antike. Sie wurde im dorischen Stil ca. 500 vor Christus erbaut. 
Die Erfolge der Therapien wurden für alle sichtbar auf Steintafeln aufgebracht und im Gelände ausgestellt. Zu medizinischen Heilungszwecken wurden in einem „Tholos “ Schlangen gehalten, die als heilig galten. Es handelt sich hierbei um einen von 26 Säulen umgebenen Rundbau, der zwischen 360 und 320 v. Ch. entstanden ist und ein labyrinthartigen Charakter hat. Die Heilstätte des Asklepios war Jahrhunderte lang Wallfahrtsort für viele Menschen.

   

Das angewandte Heilverfahren 

Die Forschung stellte sich den Besuch des Asklepios – Heiligtums ungefähr so vor: 

  1. Kultische Reinigung in einem der zahlreichen Brunnen
  2. Opfer an Apollon
  3. Schlafen im Abaton (=Schlafsaal der Patienten), um im Traum durch den Gott Asklepios zu erfahren, welche Heilmethode die geeignetsten ist
  4. Gespräch mit dem Priester über das anzuwendende Heilverfahren zum Beispiel Bäderkuren, Entspannungskuren, aber auch operative oder Medikamentöse Verfahren.
  5. Für den Zeitraum der Behandlung bezog der Patient ein Zimmer im Gästehaus.
  6. Als Teil der Therapie galten auch kulturelle Angebote, zum Beispiel Besuche im Theater und in der Bibliothek. 

Asklepios, Fürst und Arzt aus Thessalien, lebte vermutlich zwischen dem 12.-11. Jh.v.Chr., als seine Gemahlin galt Epione ("die Lindernde"), er hatte zwei Söhne, Podaleirios und Machaon (die von Homer als Ärzte des Griechenheeres beim Trojanischen Krieg besungen werden) und zwei Töchter, Panakeia ("die Allheilerin") und Hygieia ("die Gesundheit"), die auch im Eid des Hippokrates (460 - 375 v.Chr.) genannt werden

"Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygieia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, das ich diesen Eid und diesen Vertrag nach meiner Fähigkeit und nach meiner Einsicht erfüllen werde....."

Wir würden den asklepischen Heilschlaf vielleicht heute als psychotherapeutisches Verfahren bezeichnen. Die Heilung der Kranken wurde günstig beeinflusst durch Traumdeutung und Suggestion,mildes Klima, Ruhe, warme und kalte Bäder, reines Trinkwasser, die verschiedenen Kräutermedizinen, und zweifellos wirkten die Theateraufführungen auf Seele und Geist. Heute noch kann man im kleinen Museum von Epidauros die Stelen besichtigen, auf denen die Krankheiten und Heilungen zu lesen sind. Es wurden u.a. Lähmungen, Kinderlosigkeit, Glatzenbildung, Blindheit, Hautmale und Schlafstörungen erfolgreich behandelt.

Von Epidauros ging (wie auch Pausanias berichtet), die Gründung der meisten Asklepieen aus: Athen, am Südhang der Akropolis, Sikyon, Pergamon, Knidos, Tarent, Kyrene und Rom. Als nämlich unter den Konsuln Fabius und Brutus 293 v.Chr. die Pest in Rom wütete wurde auch dort der Äskulap-Kult eingeführt. Ein eilig erbauter Asklepios Tempel auf der Tiberinsel und ebenso eilig von den Griechen angeforderte Äskulapnattern vermochten diese Seuche recht schnell zu besiegen. Bis heute hat die Tiberinsel ihre Bedeutung als Heilort behalten. Auf den Ruinen des Äskulaptempels stehen seit den Zeiten Kaiser Ottos III Kirche und Kloster San Bartolomeo, das Israelitische Krankenhaus und ein großes Spital der Barmherzigen Brüder sind auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Heiligtums untergebracht.

Asklepios war einer der am meisten verehrten Götter der römischen Kaiserzeit, im spätrömischen Reich gab es rund 420 Asklepieen. Von Rom auch, so nimmt man an, wurde die Äskulapnatter allmählich weiterverbreitet, die Römer haben diese Schlange auch in die besetzten Gebiete mitgeschleppt, was die verstreuten Populationen in Mitteleuropa, insbesondere in der Umgebung von Bäder (z.B. Bad Ems oder in Hessen Bad Schlangenbad im westlichen Taunus, dieser Ort hat die Natter sogar heute noch im Wappen) erklären könnte. Fossilienfunde aus Deutschland, Polen und sogar Großbritannien scheinen jedoch zu beweisen, dass die Nattern in wärmeren Zeiten in Südeuropa einwanderten und sich später nur in sogenannten Wärmeinseln halten.


Seid klug wie die Schlangen

In der Bibel kommt die Schlange in mancherlei Bedeutung vor, ihre Rolle beim Sündenfall machte sie aber zum Tier alles Bösen, zum Symbol des Teufels, als Hinweis auf Sünde und Laster. Der Drache und die Hydra, die Mehrköpfige Schlange, stellen Steigerungen der Dämonenkraft dar. Beim Evangelisten Matthäus (Kapitel 10) wird dagegen die Klugheit der Schlange als Tugend hervorgehoben. Matthäus war Zollbeamter in Kapharnaum. Diese Stadt lag im Gebiet des Herodes Antipas, und so stand Matthäus sicherlich in dessen Dienst. Er hat sein Evangelium in der zeitgenössischen Sprache der Gebildeten - ein von vielen Aramäismen durchsetztes Hebräisch - abgefasst, wahrscheinlich verstand er auch Griechisch und er dürfte wohl auch die Symbole der Griechen (Athena-Kult ?) gekannt haben.

Sein Bericht über den Sendungsauftrag der Apostel enthält auch den deutlichen Hinweis, für Heilungen kein Geld zu verlangen, das könnte man als eine Anspielung auf Asklepios auffassen:

10,1 Dann rief es seine zwölf Jünger herbei und verlieh ihnen die Gewalt, unreine Geister auszutreiben und alle Krankheiten und jedes           gebrechen zu heilen.

10,5 Diese Zwölf sandte Jesus aus und hatte ihnen folgende Weisung gegeben.

10,8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein und treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

10,9 Sucht nicht, euch Gold oder Silber oder Kupfer in eure Gürtel zu verschaffen.

10,16 Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe, seid daher klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.

Die Äskulapnatter (Elaphe longissima) steht in Österreich auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Kriechtiere. Sie wurde von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zum "Tier des Jahres 2000" gewählt, um - wie es heißt - auch ein Stück von Vorurteilen abzubauen, das der Mensch gegenüber Schlangen hat.

Die Äskulapnatter wird bis zu 1,80 m lang und ist eine hervorragende Kletterin. Ihre Hauptbeute sind Mäuse, nebenbei stellt sie aber auch Eidechsen und ab und zu Vögeln nach. Als einziges heimisches Kriechtier frisst sie ihre Beute nicht lebend, sondern tötet sie zuerst nach Art der Riesenschlangen durch Umschlingen und Erdrücken. Das streng geschützte Tier ist heute vom Aussterben bedroht.